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Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt

Endlich ein neuer Stamm! Mit so schönem Titel und wunderschönen Titelbild.

Ich habe versucht, ihn ganz ganz langsam zu lesen, hätte am liebsten in einem Rutsch gelesen, ihn aber häppchenweise Tag für Tag in einer Woche genossen wie eine sehr sehr gute Tafel Schokolade, also Stück für Stück und nicht in sich reinstopfen wie eine Ritter Sport Honig-Salz-Mandel.

Ok, ich gebe zu diese miese Metapher ist eines Stamm’ echt nicht würdig.

Also lieber schnell zurück zum Buch.

Eine komplizierte Geschichte auf vielen verschiedenen (Zeit-) Ebenen, höchst surreal , aber mit einer Leichtigkeit erzählt, wie nur Stamm es vermag.

Wie immer schwebt im Buch eine Melancholie mit, wie immer erscheinen seine Figuren in der Welt etwas verloren oder entrückt und dennoch sind sie sehr spürbar.

Ich möchte dem Geheimnis der Geschichte nicht zu viel vorwegnehmen, aber wie verrückt ist es, dass der Protagonist eine Frau anspricht und ihr erzählt, dass er mit einer ihr sehr ähnlichen Person vor vielen Jahren zusammen war und irrer noch : dass ihr Partner die jüngere Person von ihm ist? Und dass er ihre Geschichte bereits geschrieben hat in seinem Roman?

Zurück bleibt man mit Gedanken von „was wäre gewesen wenn?“, „wie hätte auch meine Geschichte anders verlaufen können?“, „wieviel ist steuerbar in meinem Leben und wieviel vorherbestimmt?“

und wie immer war das Buch viel zu kurz und warte ich nun sehnsüchtig auf einen neuen Stamm.

Klare Leseempfehlung!

8.5