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Nachts ist es leise in Teheran

Was für ein besonderes, schönes und anrührendes Buch!

Um das Buch bin ich lange rumgeschlichen, hab es schon öfter in die Hand genommen und jetzt endlich gekauft. Und wie gerne habe ich es gelesen, wie sehr bin ich den Menschen im Buch nahe gekommen. Es war fast wie eine Reise in ein fernes Land, von dem man nicht viel gehört hat, nicht viel erwartet hat und dann umgehauen wird von der Gastfreundlichkeit der Menschen.

Natürlich weiß man um den Sturz des Schahs, um die politischen Gegenwart des Iran, aber man weiß eben, man fühlt nicht. Dieses Buch, erzählt über vier Jahrzehnte und vier Generationen aus der Sicht einer Familie, lässt fühlen, fühlen, wie es ist, für sein Land einstehen zu wollen, etwas verändern zu wollen und die große Verzweiflung, daran zu scheitern, das Land verlassen müssen. Es erzählt von der Schwierigkeit des Ankommens, des Einfindens („Integrieren“ kommt einen zuerst in den Sinn, aber das ist so ein schlimmes, verbranntes Wort), auch in der zweiten und dritten Generation, auch wenn die Themen jeder Generation ganz eigene sind.

Und nicht zuletzt verliebt man sich ein bißchen in den Iran, in die Menschen und möchte noch tiefer eintauchen in diese faszinierende Welt, die Shida Bayzar beschreibt.

Flucht und Heimatlosigkeit, die großen Themen der letzten Jahre, nie war diese Geschichte der Gegenwart ähnlicher. Das Jahrzehnt mag ein anderes sein, die Themen sind dieselben. Umso dringlicher würde ich gerne so vielen sagen: Lest diese Geschichte, fühlt, versteht!

Kheyli mamnun, Shida Bazyar, für dieses wundervolle Buch!