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Nutshell

Auch auf englisch gelesen, aber bereits auch als Taschenbuch auf Deutsch erschiene: "Nussschale".

IanMcEwan halt, was soll man sagen? Immer und immer wieder einfach der Meister der Erzählkunst. Keiner kann so raffiniert Handlungsstränge bauen, so versiert mit Sprachwitz und Weisheit und Lakonie umgehen.

Alleine schon die Idee, eine Geschichte aus dem Bauch heraus, im wahrsten Sinne, zu erzählen, ein ungeborenes Kind den Erzähler der Geschichte sein zu lassen - bei den allermeisten Autoren käme das vermutlich plump und lächerlich daher, bei IanMcEwan ist es einfach nur brilliant. Und das Kind brilliert mit Witz, Klugheit und detektivischem Gespür, deckt ein übles Komplott auf und nebenher wird noch über den Zustand Europas und den Brexit parliert und das auf überaus unterhaltsame Art und Weise.

Kurz noch ein paar Worte zum Inhalt - wobei es fast egal ist, worüber IanMcEwan schreibt, es ist vermutlich immer lesenswert:

Trudy hat John geheiratet, den erfolglosen und etwas weltfremden Lyriker aus gutem Hause, hat dann aber eine Affäre mit dem Bruder von John- Claude- angefangen, von der John nichts zu wissen scheint. Trudy hat John unter anderen Gründen vor die Tür seines eigenen zerfallenen, aber immer noch wertvollen Londoner Hauses gesetzt und spinnt nun mit Claude, der dämlich aber hinterlistig ist, eine Intrige. Das ungeborene Baby im Bauch von Trudy - von John- ist immer anwesender Zeuge dabei.

Spannend, witzig, unterhaltsam. Kurzum: lest dieses Buch! Lest alle Bücher von IanMcEwan, wenn nicht längst getan!