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Turtles all the way down

Den neuen John Green - während meines Urlaubs auch auf Deutsch mit dem komischen Titel „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ erschienen - habe ich mir bewusst bis zum Ende des Urlaubs aufgehoben.

Denn John Green steht auf meiner Liste der Lieblingsautoren sehr , sehr weit oben und seine Bücher werden immer mit großer Vorfreude erwartet. Der letzte Roman, der ihn glaube ich letztendlich berühmt machte „The fault in our stars“ (Das Schicksal ist ein mieser Verräter) hatte mich ein wenig enttäuscht und ich war irritiert, dass genau der ihn jetzt berühmt machte? Lag vermutlich auch ein wenig an der Verfilmung, die ich lustigerweise auf dem Rückweg von Thailand ziemlich angeschlagen im Flugzeug sah und die ich richtig gut fand, besser als den Roman - und wann kommt das schon mal vor?

Aber es ist immer John Green, der Meister der Teeniegeschichten, die einen auch als Erwachsener noch anrühren und wieder zurückversetzen in die Zeit als man selbst Teenie war! Was habe ich „Paper Towns“ geliebt! (wem habe ich das eigentlich ausgeliehen, ich hätte es so gerne zurück, weil es so viele Knicke und Markierungen hat). Und „Looking for Alaska“! (Wenn ihr diese Bücher noch nicht gelesen habt: holt das unbedingt nach! Es sei Euch mehr als eindringlich ans Herz gelegt!)

Und sein neuer Roman, der hat mich nun wieder komplett gepackt und überzeugt. Aza Holmes ist eine großartige Roman-Protagonistin, die Angst vor so vielem hat, von Phobien gepeinigt wird und dennoch und gerade deshalb so unglaublich liebenswert ist. Weil sie der Jugendlichen in einem noch nachträglich zeigt: es ist ok, Probleme und Ängste zu haben, wir sind alle so. Darum geht es in John Greens Romanen und in Paper Towns habe ich damals erstmals das passendste aller Zitate von Leonard Cohen gefunden „There is a crack in everything. That’s how the light gets in“

Aza hat ihren Vater verloren und trauert, sie hat Angst vor Bazillen und Parasiten, die in ihren Körper eindringen (grotesk, dass ich mir ausgerechnet aus Thailand, wo ich das Buch las, dann auch vermutlich einen Parasiten mitgebracht habe), hat darum Angst zu küssen und sich zu verlieben, tut aber genau das - in Davis, einer von zwei Söhnen eine verschwundenen Millionärs, den sie schon als Kind kannte, aber bis jetzt aus den Augen verloren hatte. Doch auf Hinweise zum Auffinden des verschwundenen Vaters ist eine Belohnung von 100.000 USD ausgesetzt und Azas Freundin Daisy wittert über Azas alten Kontakt zu Davis nun Geldsegen. Azas Freundin Daisy übrigens mag man schon alleine deswegen, weil sie Star Wars Geschichten schreibt und ein echter Star Wars Geek ist.

Verschwundene und tote Väter, Star Wars und verwirrte Teenager - alleine diese drei Themen haben das Buch für mich so lesenswert und so nah gemacht.

Das Buch behandelt so große und schwere Themen wie Trauer, Zwangsstörungen, Liebe, Freundschaft und verliert dabei trotz allem nie die Leichtigkeit. Das ist die große Kunst von John Green.

Und anhand der Danksagung am Ende, die mich wirklich zum ersten Mal richtig schlucken ließ, ist mir nun auch final klar geworden, dass John Green auch immer ein bißchen über sich selbst als den Jungen, der er einmal war und vermutlich noch ist, schreibt. Nicht verwunderlich also, wie nah einem seine Bücher gehen.

Ihr merkt es schon: ich bin großer Fan und ich muss Euch nicht sagen, wie gerne ich hätte, dass ihr alle Bücher von John Green lest. Dieses auch.